Kulturpolitik

Für den Freundeskreis bzw. die daraus in diesem Jahr hervorgegangenen 2 miteinander kooperierenden Freundeskreise ist die Ethnologische Sammlung kein Anhängsel des neuen Naturmuseums, sondern eine eigenständige gleichberechtigte Einheit mit ebensogroßer kulturpolitischer Berechtigung. Wir freuen uns, dass dies nun auch im Ausstellungsprogramm, u.a. in den Sonderausstellungen, deutlich sichtbar wird.

Ausstellungsprogramm von Naturmuseum und Ethnologischer Sammlung 2009/2010/2011/2012

Die Ethnologische Sammlung präsentiert:

"Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land"

Dauer: 18. Dezember 2011 bis 18. März 2012
Ort: Augustinermuseum, Gerberau 15, 79098 Freiburg

Empfehlung einer sehr sehenswerten Ausstellung ... die nicht nur die "Todeszone" und die Auswirkungen der Atomarkatastrophe zeigt, sondern auch einen ethnologischen und kulturhistorischen überblick über eine Region gibt, in der einst viele verschiedene Volksgruppen friedlich zusammenlebten, wie etwa Ukrainer, Juden, Polen, Tschechen, Russen und Deutsche bzw. Österreicher.

Aus dem Pressetext der Städtischen Museen zur Ausstellung:
"Tschernobyl ist heute, 25 Jahre nach dem Reaktorunfall, Synonym für Zerstörung. Weite Gebiete wurden unbewohnbar, soviel ist allgemein bekannt. Aber wie sah die „Zone“ einst aus und wessen Heimat war sie? Die Ethnologische Sammlung stellt erstmals in Deutschland die reiche Kultur der Region Polissia vor, in deren Herzen die Stadt Tschernobyl liegt. Hier lebten einst unterschiedliche Nationalitäten und Glaubensgemeinschaften friedlich zusammen.

Alltagsgegenstände und rituelle Objekte, Zeichnungen aus der Zeit Napoleons, historische und neuere Fotografien, die bei Expeditionen vor und nach dem Gau entstanden, bieten intensive Einblicke in die Geschichte von Land und Leuten. Interviews mit Betroffenen und Filme ergänzen die Präsentation.

Für Erwachsene, Familien, Schulen und Kindergärten steht ein umfangreiches Vermittlungsprogramm zur Verfügung.

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Museum für Ethnographie und Kunsthandwerk am Institut für Ethnologie der Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Freiburgs Partnerstadt Lemberg/Lviv, dem Studienzentrum für Geschichte und Kultur der osteuropäischen Juden, Kiew, und dem Institut für Handschriften an der Nationalen Vernadsky-Bibliothek der Ukraine, Kiew."

» Mehr zur Tschernobyl-Ausstellung

Sonderausstellungen im Naturmuseum inkl. Ethnologische Sammlung

"Bitterer Maniok - Indianische Kulturen der Amazonasregion"
Dauer: 22.05. bis 30.01 2011
Ort: Naturmuseum, Gerberau 32, 79098 Freiburg, 2. OG
(Ethnologische Sammlung in Kooperation mit Gruppen und Vereinen im Eine Welt Forum e.V., unterstützt von Evangelischer Entwicklungsdienst InWent gGmbH)

"Evolution schafft Vielfalt"
05.12.2009 – 30.12.2010
Wanderausstellung zum Darwin-Jahr 2009 von Jorge Groß (Leibniz Universität Hannover), Ulrich Kattmann (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Annette Scheersoi (Goethe-Universität Frankfurt), gefördert von der Volkswagen-Stiftung .

"Zentralasien - Menschen, Städte, Landschaften"
Fotografien von Britta Wollenweber und Peter Franke

Dauer: 13.12.2009 bis 24.01.2010

Vernissage: Sonntag 13.12.2009, 11.00 Uhr

Veranstalter: Naturmuseum und West-Ost-Gesellschaft Südbaden e.V.

NEUERÖFFNUNG des ehemaligen Adelhausermuseums als Naturmuseum und Ethnologische Sammlung

Eröffnung am 4. Dezember 2009 durch Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon

Am ersten Öffnungstag, am Samstag, den 5. Dezember 2009, laden die Städtischen Museen Freiburg zu einem Familientag, der um 11 Uhr durch Bürgermeister von Kirchbach eröffnet wird, ins Naturmuseum ein. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

RÜCKBLICK

Unser "Museum der Herzen" konnte durch die vielfache Unterstützung aus der Bevölkerung vor der kompletten Schließung bewahrt werden.

Laut Gemeinderatsbeschluss vom März 2008 erhält das Haus in der Gerberau 32 in den nächsten zwei Jahren eine komplette Brandschutzsanierung. In der etwa zwei Jahre dauernden Interimszeit kann das Museumsteam im Exil an der Planung der Ausstellungen im neuen Haus arbeiten. Immerhin, es gelang uns auch die Völkerkunde zu erhalten, wenn auch dieser Teil des alten Adelhausermuseums nur ein Gastrecht in der Gerberau 32, dem neuen Naturmuseum haben wird.

» Mehr dazu

» Pressestimme dazu (BZ vom 19. März 2008)

Aus der heißen Zeit des Kampfes um den Erhalt des Museums mit den beiden Abteilungen Völkerkunde und Naturkunde:

» Downloads von Infos und Unterschriftenlisten

Im Freundeskreis wird aktuell darüber diskutiert, wie man den drohenden Kahlschlag der Kultur, der in Zeiten knapper Gemeindekassen immer wieder droht und insbesondere auch dieses Museum gefährden könnte, stoppen bzw. diesem entsprechend begegnen und vorbeugen kann.

Freundeskreis Adelhausermuseum sowie weitere dem Museum verbundene Bürger

Der aktuellen Diskussion um die mögliche Schließung des Adelhausermuseums -Natur- und Völkerkunde und den damit verbundenen Einsparungen muss hier in aller Klarheit einmal entgegengestellt werden:

- Das Adelhausermuseum produziert kein Defizit und erhält keinen Zuschuss. Es ist ein kommunales Museum, somit Teil der Verwaltung und wird aus öffentlichen Geldern finanziert, um den Bürgern eine (kulturelle) Dienstleistung zur Verfügung zu stellen, ähnlich wie die Stadtbibliothek, die Schwimmbäder oder jedes andere städtische Amt. Dies kostet Geld, und ob die Stadt sich dies leisten kann, oder ob die Bürger diese Dienstleistung wünschen, darüber kann man streiten. Um Begriffe wie Defizit und Zuschuss wie bei freien Trägern geht es hier jedoch eindeutig nicht.
- Die aktuelle, reduzierte Ausstellungsfläche von nur 170 Quadratmetern ist eine Übergangslösung (bedingt durch geltende Brandschutzverordnungen), an deren baldmöglichster Behebung intensiv gearbeitet wird. In Konsequenz des von Verwaltung und Gemeinderat in Auftrag gegebenen Museumsgutachtens von 2005 hat das Museum seine Struktur gestrafft. Es hat die Schließung der Völkerkundeabteilung überwunden und gemäß dem Auftrag des Gemeinderats das Neukonzept für ein „Familienmuseum Mensch und Umwelt (Arbeitstitel)“ als integriertes Konzept von Natur- und Völkerkunde erarbeitet und vorgestellt. Dieses ist zugeschnitten auf den Charakter und die Räumlichkeiten des gesamten Gebäudes Gerberau 32 (bisher Dauerausstellungen Naturkunde und Zentrale Kulturverwaltung). Mit der integrierten Präsentation würde das Adelhausermuseum Neuland in der deutschen Museumslandschaft betreten.
- Das Adelhausermuseum ist nicht faktisch geschlossen, wie von den Medien und verschiedenen Fraktionen verbreitet. Vielmehr hatte es in den letzten Wochen annähernd doppelt so viele Besuchern wie im vergangenen Jahr und bis zu 2000 Besucher an einem Tag (Stand 25.03.2007: 17192 Besucher, Vergleichszahl 2006: 8348), darunter vor allem Familien mit Kindern, Grundschulklassen und Kindergärten, auch aus dem Umland. Bei diesen, wie in großen Teilen der Bürgerschaft, ist das Haus eingeführt, die technische Infrastruktur ist vorhanden, das Konzept für Umbau und Neupräsentation im Entwurf erarbeitet und ein engagiertes und motiviertes Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wartet darauf, mit der Umsetzung beginnen zu können.
- Ganz im Gegensatz dazu müsste bei einem Umzug auf den Mundenhof bei Null wieder begonnen werden. Zum Aufwand für eine erneute Neukonzeption käme die museumstaugliche Sanierung des Gebäudes hinzu. Als ehemaliger Stall käme dabei nur eine sogenannte Haus-im-Haus-Lösung in Frage, also eine Totalsanierung des Gebäudes, wollte man auch nur einigermaßen aktuelle Standards einhalten. Dem müssten umfangreiche Schadstoffanalysen vorangehen (z.B. Ammoniakbelastung bei Viehställen). Dinge wie Klima- und Sicherheitstechnik, Werkstätten, schädlings- und klimasichere Depots und moderne Arbeitsplätze kämen hinzu. Die Kosten würden sich in etwa mit denen eines kompletten Neubaus decken, gespart würde lediglich der Preis des Grundstücks. Hinzu kämen die Kosten des Umzugs, von Kisten-, Polster- und Verpackungsmaterial, die digitale Erfassung der Bestände zur Zustandsprotokollierung und Verwaltung der Standorte, Kosten für eventuelle Zwischendeponierung, für Inventur und Endkontrolle. Eine relevante Vergleichszahl: Die Kosten des anstehenden Umzugs des Münchner Stadtmuseums sind auf 1,25 Millionen Euro kalkuliert.
- Ein Großteil der Betriebskosten des Adelhausermuseums sind, wie in jedem Museum, mehr als zur Hälfte Personalkosten, der Rest sind Kosten der Gebäudebewirtschaftung und Sachmittel. All diese Kosten werden bei einem Museumsbetrieb auf dem Mundenhof in jedem Fall weiterhin anfallen. Selbst bei einer totalen Schließung könnten langfristig lediglich einige Stellen im Aufsichtsdienst eingespart werden, die wenigen wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiter werden weiterhin nötig sein, um den wissenschaftlichem Erschließungsstand und den konservatorischen Zustand der Sammlungen einigermaßen halten zu können. Dies nicht nur, um die kulturelle und historische Überlieferung der Kulturgüter an die kommenden Generationen zu garantieren, sondern auch, um den hohen Vermögenswert der Sammlungen zu erhalten. Jede Diskussion um die Abgabe der Bestände muss einbeziehen, dass sämtliche Museen Deutschlands mit knappen finanziellen Mitteln zu kämpfen haben und eine Übernahme von anderen Häusern immer hohe Kosten verursacht. Dagegen würde jede Abgabe an den Kunstmarkt nur einen Bruchteil des wahren Wertes erbringen und zudem eine weitere Privatisierung öffentlichen Eigentums bedeuten.

Als Fazit bleibt festzustellen, dass die Anträge der entsprechenden Parteien ihr Ziel, Kosten einzusparen, in Unkenntniss der tatsächlichen Verhältnisse verfehlen. Die inhärente Logik der Vorgänge ist indessen von Brücken, Straßen und Schulen her bekannt: In Funktionierendes wird nicht investitiert, bis die Zustände nicht mehr tragbar sind, dann erfolgt der radikale Schnitt. Später ergeben die Zahlen, dass die Einsparungsziele nicht erreicht werden konnten, dass Kosten entstanden sind, wo man sie nicht vermutet hat und dass eine rechtzeitige Investition Geld gespart hätte.

Unsere Forderungen an die politischen Verantwortungsträger lauten daher

Erhalt des Adelhausermuseums an seinem Standort und Investition in die Modernisierung des Gebäudes, wie im Museums-Gutachten der Firma LORD vorgeschlagen, sowie Umsetzung des bereits erarbeiteten Neukonzepts eines Familienmuseums „Mensch und Umwelt“.

Frische Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit sind uns stets willkommen!

Wenn Sie sich gegen die aktuelle Schließung bzw. den Abbau des ethnologischen Teils des Museums engagieren möchten, schreiben Sie uns an:

» offener.brief@adelhausermuseum-freundeskreis.de

Laden Sie sich die als PDF vorliegenden Schreiben und Unterschriftenliste herunter. Sie können auch Ihrerseits die als PDF für den Download vorliegenden Unterschriftenlisten ausdrucken und auslegen oder verteilen. Bitte die ausgefüllten Listen dann päckchenweise bzw. briefweise an das Museum oder die Museumspädagogik senden (Adresse ist jeweils auf jedem Blatt aufgeführt).

» Offener Brief an die Fraktionen des Gemeinderats, M ärz 2007 (PDF, Download)

» Schreiben des Freundeskreises zur geplanten Schließung, März 2007 (PDF, Download)

» Anlage zum Schreiben des Freundeskreises, März 2007 (PDF, Download)

» Unterschriftenliste des Freundeskreises (Vorlage), März 2007 (PDF, Download)

» Unterschriftenliste des Freundeskreises für die Museumspädagogik (Vorlage), März 2007 (PDF, Download)

» Unterschriftenliste für die Museumspädagogik zur Teilnahme an der Demo (in Form einer Sympathie-Kundgebung) mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen,
Kindergartengruppen und ErzieherInnen, Schulklassen und LehrerInnen und allen
anderen Adelhausermuseums-Fans
am Freitag, 20. April 2007 ab 12.00 Uhr auf dem Augustinerplatz (PDF, Download)

» Amtsblatt der Stadt Freiburg vom 31. März 2007 (PDF, Download)

» Artikel der Badischen Zeitung Freiburg vom 31. März 2007 (PDF, Download)

 

» offener.brief@adelhausermuseum-freundeskreis.de
» Text des Offenen Briefes (Word, Download)
» Antwort Bürgermeister Kirchbach, Stadt Freiburg (PDF, Download)

 

 

Freundeskreis Adelhausermuseum
  Freundeskreise Naturmuseum
  und Ethnologische Sammlung

Ein Museum braucht Freunde